Das schlimmste Ereignis

Es war der 12.12.2015. Ein schöner Dezember-Tag mit viel Sonne ohne Schnee. Herrchen war beim Sport und ich dachte mir, dass ich mit Jacki und Ruby eine schöne Runde spazieren gehen und ein bisschen auf unserer Wiese (die eigentlich ein Fußballfeld sein soll) spielen könnte. Diese Wiese ist von Büschen umgeben, nebenan liegt ein Spielplatz. Soweit so gut. Weit und breit keine Seele zu sehen. Ich holte also unseren geliebten Aqua Kong raus, den wir eigentlich nie für’s Wasser benutzen, außer wir sind am Strand. Jacki liebt dieses Teil. Für Ruby füllte ich einen Futterdummy, den sie dann immer apportierte. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir Ruby gerade mal 2 ½ Monate. Es fühlte sich jedoch schon so an, als hätten wir sie so lange wie Jacki.

Ich habe also die Leinen der beiden los gemacht und wir spielten los. Alles war toll. Jacki lief immer mit, wenn ich Ruby’s Dummy warf, Ruby lief mit Jacki mit, als ich seinen Kong warf. Hach, wie idyllisch es doch war. So richtig schön reibungslos hatte ich beide Hunde im Griff und wir hatten total viel Spaß, was ja das Wichtigste ist. Diese Rechnung habe ich leider ohne die heimtückischen Hasen gemacht. Da ja so schönes Wetter war, haben die sich gedacht, dass sie sich wohl mal draußen blicken lassen können. Leider habe ich die nicht sofort gesehen, so dass Ruby völlig unerwartet losrannte. In die Büsche. Zu den Hasen. So. Ein Hund weg, der andere steht erwartungsvoll neben dir und fragt sich, wann du den Kong endlich wieder wirfst. Was nun? Damit Jacki nicht auch noch auf die Idee kam wegzulaufen, leinte ich ihn an und nahm ihn mit in die Büsche. Das war ein Spaß. Ich kam nicht voran, da man mit Hund an der Leine nicht gerade super durch die Büsche laufen kann. Nach mehrmaligem Rufen rannte Ruby einmal bellend, dem Hasen hinterher jagend, an mir vorbei. So langsam holte mich die Panik ein. Ich rief sie weiter. Ich hörte ihr „Jagdbellen“ immer leiser und leiser bis ich es irgendwann gar nicht mehr hörte. Erstaunlich, was für Szenen einem durch den Kopf gehen. Vor allem, weil hinter den Büschen eine Zufahrt auf eine Autobahn wartet. Panisch rief ich meinen Verlobten an und beichtete, was mir passiert ist. Er musste kommen, mir Suchen helfen, mich beruhigen und ich musste Jacki ja auch erst einmal wieder nach Hause bringen. Wir waren nicht weit entfernt von Zuhause, weshalb ich hoffte, dass Ruby einfach vor der Tür stehen würde, als Meik eintrudelte, Ruby weitersuchte und ich Jacki zurück brachte. Dem war jedoch leider nicht so. Also haben wir noch ein paar mehr Suchhelfer akquiriert. Meik’s Bruder und dessen Freundin kamen und halfen uns ebenfalls beim Suchen. Dafür bin ich wirklich so dankbar gewesen und bin es noch heute, weil die Panik immer mehr in mir aufstieg. Außerdem wurde es doch dunkel. Und das bereits um 16 Uhr. Wir suchten und suchten, fanden sie jedoch nicht. Kein Geräusch, kein Äste-knacken oder Bellen. Kein Hase, der um sein Leben rannte. Einfach nichts. Und es war plötzlich stockduster. Jegliche Hoffnung, die ich noch hatte, schwand in Windeseile dahin. Irgendwann schickte mir Meik ein Foto mit einem Loch, das unter den Zaun führte. Die Erde sah frisch aus. Natürlich war genau hinter diesem Zaun die Zufahrt zur Autobahn.

Okay, habe ich gedacht: „Du bist jetzt dafür verantwortlich, dass dein Hund, den du gerade mal 2 ½ Monate hast, weg ist. Im schlimmsten Falle tot. Wie konnte ich mir auch zumuten mit zwei Hunden gleichzeitig zu spielen? Und das nach so kurzer Zeit, wo der Hund wahrscheinlich noch kein Vertrauen zu dir aufgebaut hat. Wie dämlich bist du eigentlich?“

Wir suchten dann noch ca. eine halbe Stunde intensiv weiter. Plötzlich kam Meik mit seinem Handy hektisch aus einem der Büsche. Man sah das Handy schon so gut, da es draußen ja schon dunkel war. Bei Facebook sind wir in einer Gruppe, wo regionale Hundebesitzer drin sind und sich über verschiedene Dinge austauschen. Meik zeigte mir sein Handy und der Stein, der mir vom Herzen gefallen ist, war wie eine ganze FELSWAND. Da saß sie. Ruby saß auf dem Schoß einer fremden Person. In heimischer Umgebung. Jemand hat sie mitgenommen. Gott sei Dank!

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Wir haben die Person gleich kontaktiert und unsere Lage erzählt. Wisst ihr wie lange es dauern kann, bis jemand antwortet? Diese Zeit kam mir vor wie eine Ewigkeit, obwohl es gar nicht so lange dauerte. Als er antwortete, habe ich ihm ein paar Beweisbilder geschickt, so dass er weiß, dass es sich auch wirklich um Ruby handelt und schon hatte ich den netten Mann am Telefon.  Er erzählte mir, dass die Feuerwehr Ruby nun ins örtliche Tierheim bringt. Also haben wir uns sofort ins Auto gesetzt und sind zum Tierheim gefahren. Da rief auch schon die Tasso e.V. an und erzählte uns, dass Ruby im Tierheim ist. Es ist ein richtig gutes Gefühl gewesen schon vor dem Anruf zu wissen wo sie steckt. Die Dame von der Tasso war auch ganz verdutzt, dass wir schon soweit informiert waren. Dieses Facebook-Zeitalter hat auch seine Vorteile, keine Frage.

Als wir im Tierheim ankamen, wurden wir schon erwartet, da ich schon im Vorfeld dort anrief. Ruby war gerade bei der Erstuntersuchung. Man erzählte uns, dass man sämtliche Dornen von Ruby entfernen musste und sie jetzt auch ziemlich dreckig ist. Kein Wunder, wenn man durch zwanzigtausend Büsche läuft und unter irgendwelchen Zäunen einem Hasen hinterherkriecht. Das geschieht ihr recht. Ihr glaubt nicht wie froh ich war, dass sie „nur“ ein paar Dornen aushalten musste. An etwas anderes möchte ich gar nicht erst denken. Als ich sie dann endlich sah, viel der ganze Druck und Kummer mit einem Mal von mir. Ich weinte und drückte sie so fest an mich wie ich nur konnte. Und abends, als wir wieder zu Hause waren? Da lag die Kleine dann wieder genüsslich auf dem Sofa. So, als wäre nie etwas gewesen. Nicht mal besonders müde war sie. Na toll!

Was haben wir daraus gelernt?

  • Ruby ging eine Zeit lang nicht mehr ohne Leine! (jetzt wieder ohne, da wir jetzt ein ganz anderes Verhältnis zueinander haben)
  • Hasen sind ziemlich flink! Zumindest flinker, als ich dachte!
  • Die Tasso e.V. sind so ziemlich der beste Verein überhaupt! Danke hierfür nochmal!
  • Mikrochips sind das Wichtigste! Und bitte registriert eure Hunde bei der Tasso e.V.. Es ist kostenfrei und total unkompliziert.
  • Eine halbe Stunde Feuerwehrmänner und Einsatzwagen kosten 58,00€. Danke Ruby, diese Information hätte ich mir gern auf anderem Wege geholt.

Ende gut. Alles gut.

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Gewinnspiel Gewinnziehung

Hallo ihr Lieben,
schon wieder zwei Wochen vorbei, da ziehen wir doch glatt den Gewinner von eDgar von @glueckshund.dog! Wusstet ihr eigentlich, dass die @diestruppibande der Namensgeber von eDgar ist? Dieser kleine PlüscheDgar geht jedenfalls an… *Trommelwirbel an* Seht selbst! Ruby hat das toll gemacht! Ich bin ganz stolz!
Schönen Abend euch noch! Und natürlich herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerin! ☘️🎉🎁

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Talent? Wir? Nö! Kann man das essen?

Frau Alma hat zur Blogparade aufgerufen, da dürfen wir uns natürlich nicht enthalten. Diesmal ist es ein Thema, womit sich wohl jeder Hundebesitzer nicht gern auseinandersetzt. Keiner gibt gern Schwächen zu. „Schwächen? Nee, hab ich nicht! Aber willst du meine Stärken wissen?“. In einem Bewerbertraining lernte ich mal, Schwächen als Stärken zu verkaufen, so wie zum Beispiel: „Ich bin manchmal zu ehrgeizig. Dauernd will ich die Beste sein.“. Und dein Gegenüber denkt so „..die gibt nie auf!“. Clever gelöst, aber irgendwie auch unehrlich (auch wenn es ja stimmt).

Heute geht es jedenfalls um Talente. Bzw. Nicht-Talente. Ja, auch wir sind davon betroffen, obwohl wohl jeder Hundebesitzer denkt, dass der eigene Hund tooootal talentiert ist. Ja, das mag sein, aber eben nicht überall und in allem. Fragen wir doch mal Jacki, was er so davon hält.

Jacki: Talente? Ja haben wir. Ich mag Spielzeug, Ruby mag Essen. Aber wir müssen jetzt nicht alles können, das wäre uns zu anstrengend. Wir sind so zufrieden, wie es ist. Wir haben keine Königsdisziplinen wie Treibball, Mantrailing, Dog Dance oder so einen „Firlefanz“ drauf. Wir sind einfach nur Jacki & Ruby. Frisbee spielen können wir. Und Apportieren wenn wir Lust und Laune haben auch. Gibt ja für alles seine Techniken, oder Frauchen? Die ist nämlich gewitzt und hat ein zweites Spielzeug für mich dabei, damit ich plötzlich auf Spielzeug 1 keine Lust mehr habe und es fallen lasse. Und Ruby? Ja, also die ist für alles und jeden bestechlich ohne Ende. Hast du Futter, hast du Ruby. Die macht dann alles. Kein Problem.

Frau Alma bohrt also bei uns nach: Welche talentfreie Zone ist bisher euer Geheimnis geblieben?

Jetzt kommt etwas, das mir total unangenehm ist, da wir es wirklich, ja, wirklich oft trainiert haben. Ich muss mir fast ein bisschen Mut antippen, um es loszuwerden: Jacki kann kein „Platz“. Er kann es einfach nicht. Das ist aaaabsolut nicht sein Ding. Zumindest nicht auf Kommando. „Sitz“ kann er, ein aufgeregtes „Männchen“ kann er auch. Wisst ihr, was er sogar kann? „PENG“! Dann haut er sich auf den Boden, streckt alle Viere von sich und „ergibt“ sich. Aber „Platz“ will einfach nicht in seinen Dickkopf. Das Leckerlie kann noch so toll sein, es funktioniert nicht. Ich meine, wir finden das nicht weiter schlimm, weil „Sitz“ ja ausreichend ist, aber ich hab mich schon oft gefragt, warum er mir das verweigert. Das ist ja auch fast ein bisschen peinlich, da so ziemlich jeder Hund, den ich kenne, „Platz“ kann.

Ruby kann so ziemlich alles, was man bzw. sie sich vornimmt. Aber nur wenn man ein Leckerlie dabei hat. Ich meine klar, manchmal ist es ihr auch egal und im Alltag hört sie auch ohne. Aber wenn es um neue Dinge geht, die sie lernen soll, dann stets mit Leckerlie. Deswegen kann sie eines ganz, ganz schlecht: WIDERSTEHEN! Klar, jetzt sagt ihr, das ist ja gar nicht talentfrei! Und ich sage: Doch! Wenn Jacki total in seinem Spielzeug vernarrt ist, da kann man ihm vorhalten, was man möchte, er gibt das Ding nicht her. Ruby hat derweil das Spielzeug schon 20 Mal wieder ausgespuckt und war in Sekundenschnelle bei dir, um was abzugreifen. Genau das ist Ruby’s Problem. Man muss bei ihr total auf die Linie achten, weil sie so einen geringen Grundverbrauch hat. Sie liegt am liebsten den gaaaanzen Tag im Bett und schläft. Und, gerade im Winter, sieht man natürlich den Unterschied zwischen ihr und dem schmalen, kurzhaaringen Jacki. Also Weight Watchers für Hunde wäre bei ihr wirklich ein Traum und würde das Durchhaltevermögen von Ruby UND Frauchen testen. Nicht, weil ich auf meine Linie achten müsste, nein, weil ich auf Ruby’s Linie achten müsste. Und das fällt mir manchmal sehr schwer, ihr gerade nichts zu geben, von den leckeren Sachen, die ich manchmal so habe.

Aber wisst ihr was? Genau das macht meine Hunde zu dem, was sie sind. Und wenn es nur das ist, was ich verschmerzen muss, dann nehme ich das gerne hin. Zumal die beiden ja auch schon kleine „Omi und Opi“ sind. Wenn ich denen jetzt noch auf die Nerven gehen würde mit stundenlangem Training oder 500 Kopfaufgaben am Tag, dann würde bestimmt die eine oder andere Kuschelstunde ihrerseits wegfallen.

Also, Talent nein, Pokal nein, Anerkennung neee aber Liebe? JA!!! Frauchen zufrieden, Jacki zufrieden, Ruby schläft. Also zufrieden.

 

Liebe Grüße an euch da draußen,

Sarah, Jacki & Ruby